Nachberichterstattung der 1. LYX-Schreibnacht

Das Original

Die Idee der gemeinsamen Schreibnacht wurde 2013 von Jennifer Jäger ins Leben gerufen. Zuerst fanden Schreibnächte im kleineren Kreise statt; am 18. Oktober 2013 öffnete sich die Gruppe für neue Autoren und lud zum ersten Mal unter dem Slogan »Gemeinsame Schreibnächte« ein. Heutzutage treffen sich bis zu 100 Autoren gleichzeitig zu diesen Veranstaltungen und schreiben, plotten, korrigieren, inspirieren und motivieren einander mit vollem Erfolg.

Die Idee der 1. Lyx-internen Schreibnacht

Als regelmäßige Teilnehmerin der Original-Gemeinsamen-Schreibnacht habe ich in der Lyx-Facebook-Gruppe damit geworben und einige Interessierte gewonnen, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Begeistert berichteten wir in unserer Gruppe von den dort erzielten Erfolgen, sodass schnell die Idee aufkam, eine Lyx-interne Schreibnacht zu veranstalten.

Da durch die große Autorenanzahl der Original-Gemeinsamen-Schreibnacht eine gewisse Anonymität herrschte, mochten wir diese Idee gerne für unsere kleine Gruppe adaptieren und ausprobieren. Am 7. Februar nahm ich das Thema auf und erstellte eine Umfrage, an welchem Tag denn die meisten Gruppenmitglieder Zeit hätten und daran auch teilnehmen wollten. Die Resonanz war großartig!

Von rund 54 Mitgliedern sagten 27 fest zu, 8 Autoren mussten noch prüfen, ob sie eine Teilnahme tatsächlich einrichten konnten. Eine Zahl, mit der wir anfangs nicht gerechnet hatten. Ich übernahm nach der eher beiläufigen Frage die Organisation dieser ersten Lyx-Schreibnacht und eröffnete in unserer Facebook-Gruppe eine dazugehörige Veranstaltung.

Wie lief die 1. Lyx-Schreibnacht ab?

Marc Short gab der 1. Lyx-Schreibnacht durch seinen Kommentar zum Veranstaltungstitelbild das Motto »Gemeinsam zusammen unter dem Bücherbaum, einzeln ein jeder in seinem Büchertraum.« Dieses Gefühl in kleine Etappenziele, Aufgaben und Spiele zu verpacken und zu erreichen, war Ziel der 1. Lyx Schreibnacht.

Im Gegensatz zum Original, das in der ersten Stunde von 20-21 Uhr einen Special Guest für Interview-Fragen heranzieht, begann die Lyx-Schreibnacht direkt um 20 Uhr mit einem ersten Etappenziel sowie einer Aufgabe zur Auflockerung. Das Regelwerk für diesen Abend war einfach: Die Autoren sollten sich nicht ausschließlich in ihren eigenen Skripten vergraben, sondern sich an Aufgaben, Etappen und vor allem Fragen ihrer Mitautoren beteiligen, was reibungslos funktionierte.

Einige Ungeduldigen begannen schon vor dem offiziellen Startschuss, was ein weiterer Indikator für viel Vorfreude darstellte.

Aufgabe 1 – 20 Uhr: Nenne die Augenfarbe und das Geschlecht deines Protagonisten.

Die Beteiligung war enorm und die Ergebnisse höchst interessant! Während die rund 27 weiblichen Protagonisten meist blaue oder grüne Augen besaßen, hatten die 15 männlichen Hauptcharaktere eine deutlich gleichmäßigere Verteilung der Augenfarben zwischen Blau, Grün und Braun. Auffällig war außerdem, dass vielen Frauen eine besondere Augenfarbe zuteilwurde, wie Beinstein oder Gold und violett.

Das Etappenziel der ersten Stunde wurde auf 200 Worte gesetzt, was äußerst motivierend wirkte, da einige diese Anzahl bereits nach guten zwanzig Minuten erreichten. Vielschreiber knackten sogar die 1000-Wörter-Grenze.

Ein Foto von Vanessa Sangue mit der Aufschrift »Stay up late and Write« auf der Teetasse brachte die Teilnehmer dazu, ihre Schreibumgebung sowie Stärkungen zu posten, was ebenfalls eine auflockernde Wirkung hervorrief.

Das Stimmungsbarometer nach den Etappen zeigte sich durchweg positiv. Autoren, die sich noch einlasen oder aus verschiedensten Gründen die erste Etappe (200 Wörter zu schreiben) nicht bewältigen konnten, schöpften Motivation aus den Posts der anderen.

Aufgabe 2 – 21 Uhr: Poste den ersten Satz der Lyx-Schreibnacht.

Die Teilnahme war riesig, viele Beiträge wurden mit einem Gefällt-Mir-Klick gewürdigt. Um einen Eindruck zu bekommen, hier drei Beispiele:

Maria Föderl: Ich werde den Tag genießen, so wie er kommt.

Carmen S.: Verschwitzt und frierend wachte ich auf.

Nasia Kara: Er war kein Mann, er war eine Abscheulichkeit, seine erste große Liebe hatte es schon gesagt und er sagte es auch. »Wer könnte schon ein Monster lieben?«

Nicht nur Schreiberlinge beteiligten sich an unserer 1. Lyx-Schreibnacht. Auch die Cover-Designerin Rica Aizetmueller (Buchcoverdesign – individuell und stilvoll) war dabei, die im Vorhinein passend zum kommenden März-Lyx-Wettbewerb drei Buchcover an die Wettbewerbsteilnehmer verloste. An diesen arbeitete sie und stellte uns schließlich den Entwurf für K. Lynns Roman »Engel liebt man nicht« vor, der alle begeisterte.

Um 21:50 war auch die zweite Etappe beendet und es hieß, 10 Minuten ausruhen, Luft holen, runterkommen. Derweil postete LydKincaid passend zu unserer Veranstaltung ein Bild ihres Yogitees. »Worte sind der Duft des Herzens.« Ein Satz, der Autoren bestätigen nickend lässt und ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Aufgabe 3 – 22 Uhr: Jeder sollte in zwei Sätzen den »Bösewicht« seines aktuellen Schreibprojektes skizzieren.

Die Ergebnisse waren äußerst vielfältig. Von bösen Magiern über machtbesessene Oberhäupter, von germanischen Kriegern über größenwahnsinnige Vampire, von einer Femme fatale über einen Dramatiker bis hin zu dem Bösen, das nicht an einer einzelnen Person auszumachen ist, war alles dabei.

Das Etappenziel von 22 Uhr war dagegen keine besondere Wörteranzahl, die die Autoren schreiben mussten. Diesmal sollte die Augenfarbe des Protagonisten oder einer Nebenfigur im Skript eingebaut werden – also in den Sätzen, die jetzt in dieser Etappe geschrieben wurden.

Es kamen tolle Ideen dabei heraus. Zwei Beispiele möchte ich hier gerne nennen:

Carmen: Dankbar blickte sie in Corvins tiefgrüne Augen, in dem vollen Bewusstsein, dass sie ohne ihn längst von den züngelnden Speerspitzen vernichten worden wäre.

Karine Snow: Deine grünen Augen hast du aus einem ganz bestimmten Grund und ich hoffe, dass du mit diesem Grund zurechtkommst.

Aufgabe 4 – 23 Uhr: Unter dem Motto »Lasst uns Geschichte schreiben« habe ich einen Anfangssatz gepostet, an den jeder einen passenden Satz aus seinem Buchprojekt setzen sollte. Wir waren gespannt und sehr überrascht, wie interessant sich der Verlauf dieser zusammengesetzten Geschichte entwickelte.

Ein kleiner Einblick: (Sarah Neumann, Lara West, LydKincaid, Marc Short, Hanna M.)

Diese junge Frau war nicht davongelaufen, nachdem sie unser Geheimnis erfahren hatte, sondern hatte sogar vor Glück geweint, zu dieser Familie gehören zu dürfen.

Oh nein, dachte er und fluchte innerlich.

Sie hielt sich an der Küchenplatte fest, während sie sich darauf konzentrierte, die Regentropfen an der Fensterscheibe zu zählen, um sich wieder zu beruhigen.

Es kann nur einen Grund geben: Er ist anders oder einzig.

Na gut, im Klartext hieß das wohl für mich nur Eines: Verhandlung.

Kurz vor Mitternacht verabschiedeten sich die ersten, sehr zufriedenen Autoren. Dabei gab Regina Meißner noch einen Abschlusstipp mit auf den Weg: »Irgendwie habe ich mir angewöhnt, meistens mit einer Frage mein Schreiben zu beenden, die von irgendeiner Person [in meinem Skript] gestellt wird. Das vermeidet Schreibblockaden hervorragend, weil ich immer einen Punkt habe, an dem ich [das nächste Mal] anknüpfen kann.«

Aufgabe 5 – 24 Uhr: Puzzle-Spiele.

Jeder Autor sollte in seinem Skript den kürzesten und verschachtelsten (längsten mit vielen Einschüben) Satz des Abends heraussuchen und diese hintereinander Posten. In der Regel befinden sich diese Sätze in verschiedenen Szenen, sodass lustige Zusammenhänge geschaffen werden, wo keine waren.

Ein kleiner Einblick:

Mewa: »Aber, aber.« Ein dumpfer Laut folgte dem Zusammentreffen der Axt auf dem weichen Boden und Luisa raffte ihr Kleid auf, um über die in der Dunkelheit schimmernden Pfütze zu steigen und sich auf die andere Seite des mit nun nicht mehr als Leere gefüllten Zimmers zu begeben, wobei sie von den leblosen Blicken des Mannes begleitet wurde.

Katja12: »Warum?« Diese hinterhältigen Gaukler, die mich einfingen, haben meine Frau getötet, und während ich starr vor Trauer um meinen Verlust war, da haben sie mich niedergeschlagen und meine Flügel beschnitten, sie legten mir diese verfluchten Ketten um, sodass ich unfähig war, mich zu wehren.

Sunya G. Bold: Der Bibliothekar ist aufgebracht. Wenn der Anführer der Stadtwache tatsächlich mit Jupiter sprechen wollte, würde es auf alle Fälle einen zweiten Artikel geben und den konnte dieser Maciek Sedoni noch einmal nach Belieben ausschmücken.

Lara West übernahm das letzte Spiel der Schreibnacht und fragte nach den Lieblingsschnipseln des Abends. Danach lief die Veranstaltung ruhig aus.

Ergebnisse der 1. Lyx-Schreibnacht

Über die gesamte Veranstaltung hinweg herrschte eine inspirierende und motivierende Stimmung. Einzelfragen und Hilfestellungen wurden schleunigst und in breiter Masse beantwortet, diverse Ziele zufriedenstellend erreicht.

Die meisten Autoren trafen sich in dieser Schreibnacht zum Schreiben, einige wenige korrigierten oder designten neue Cover. Hin und wieder wurde zwischen schreiben, korrigieren, lesen und sogar plotten gewechselt. Rundum war es ein gutes Paket an schriftstellerischer Tätigkeit.

Jeder Autor stellte sich persönlich ein Ziel oder eine Erwartung an diesen Abend. Die meisten wünschten sich, nach langer Pause und nicht so fruchtbaren Schreibstunden endlich mal wieder ein gutes Stück voranzukommen. Einige wenige hatten eine konkrete Vorstellung, wie viele Wörter oder Kapitel sie in dieser Lyx-Schreibnacht erreichen wollten, andere setzten sich das grobe Ziel, einen Abschnitt, eine Szene oder ein Kapitel zu beenden.

Am Ende der 1. Lyx-Schreibnacht schauen wir auf das wahnsinnige Ergebnis von insgesamt rund 33.000 Wörtern, in zufriedene Gesichter unserer Lyx-Stb-Autoren und freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung.

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